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ROGENDORFF: Das Wappen der Adelsfamilie von Rogendorff – Faksimile des Holzschnitts von Albrecht Dürer, Nürnberg 1520 Zoom



ROGENDORFF: Das Wappen der Adelsfamilie von Rogendorff – Faksimile des Holzschnitts von Albrecht Dürer, Nürnberg 1520



Uncommon facsimile of Albrecht Dürer's woodcut of the coat of arms of the family ROGENDORFF, printed in 1867 by a German Art Historian and Collector Ralf Leopold von Retberg-Wettbergen.


Author: Albrecht Dürer
Place and Year: Nürnberg 1520 (München 1864 bei Ralf Leopold von Retberg-Wettbergen)
Technique: Faksimile des Holzschnitts aus dem 16. Jahrhundert, hergestellt im Lichtdruckverfahren (65 × 47 cm); sehr gut erhalten.
Code: 62470

 

Hochwertiges Faksimile des Wappens des Niederösterreichischen Adelsgeschlechts von Rogendorff von Albrecht Dürer, erschienen 1520 in Nürnberg.



Die von Rogendorff, auch Roggendorf oder Rogendorf, waren ein Niederösterreichisches Adels- bzw. Rittergeschlecht. Die beiden Zeitgenossen Dürers, Wilhelm von Rogendorff (1481-1541) und dessen Bruder Wolfgang von Rogendorff (1483-1543) standen beide – wie auch Dürer selbst – in den Diensten Kaiser Maximilians. Wilhelm von Rogendorff war ab 1506 als kaiserlicher Gesandter in England und einer der engsten Mitarbeiter des Kaisers. Später war er Mitglied des niederländischen Staatsrates und bis Ende 1520 Generalstatthalter von Friesland. In den darauffolgenden Jahren hatte er verschiedene Positionen von militärischem und zivilem Rang inne. Sein Bruder Wolfgang war u.a. als Leutnant bei seinem Bruder in Friesland tätig, wurde 1528 zum kaiserlichen geheimen Rat und diente bis 1540 als Landmarschall in Österreich unter der Enns.

 

Über die Entstehungsgeschichte des Wappens der von Rogendorff gibt das Tagebuch Dürers Auskunft, der während seiner Reise durch die Niederlande (1520-21) vermerkt: „Item die zween herrn von Rogendorff haben mich geladen […] und ich hab jhn ein wappen groß auff ein holcz geriessen, das mans schneiden mag.“ Später schreibt Dürer nochmals: „Item hab den von Rogendorff sein Wappen auf Holz gerissen, dafür hat er mir geschenkt VII Ellen Sammet.“

Von dem großen Wappen ist nur noch ein Exemplar im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg erhalten (H349) und ist mit dem Wasserzeichen des Reichsadlers versehen.

 

Das Wappen zeichnet sich gestalterisch durch den dekorativ-organischen Schwung des um den Schild rankenden Blattwerks aus sowie die fedrige Leichtigkeit der 12, in zwei Büffelhörnern steckenden Pfauenfedern, die aus der Rogendorff‘schen Rangkrone entwachsen und eine Art Strahlenkranz um den Löwen der Rogendorff bilden. Die naturalistische Auffassung des linkssteigenden Löwen als Helmzier ist ein Charakteristikum der Wappengestaltung Dürers und macht die Kunstfertigkeit des Nürnberger Künstlers auch in der Gattung der Heraldik deutlich.

 

Als beliebtes Zeugnis des künstlerischen Könnens des Nürnberger Künstlers Albrecht Dürer, der in den Diensten der führenden Persönlichkeiten seiner Zeit stand, wurde der Holzschnitt mit dem Wappen der Familie von Rogendorff 1864 von Ralf Leopold von Retberg-Wettbergen

im Lichtdruckverfahren faksimiliert. Wie auf der Rückseite vermerkt wurde die dem ersten Druck fehlende linke Ecke für den vorliegenden zweiten Druck durch „Fried. Wolf i. München“ ergänzt.

 

Der Lichtdruck ist ein Edeldruckverfahren, welches 1856 von Louis-Alphonse Poitevin unter der Bezeichnung Collotypie entwickelt wurde und – neben Anwendungen in künstlerischem Bereich – aufgrund der hohen Wiedergabequalität zur Faksimilierung von mittelalterlichen Handschriften und Urkunden verwendet wurde. Der technisch aufwändige, rasterlose Lichtdruck ergab die besten Ergebnisse. Heute kommen hierfür fotografische Verfahren zur Anwendung.

 

Ralf Leopold von Retberg-Wettbergen (1812-1885) war ein Kulturhistoriker, Schriftsteller und Sammler von Graphik. Besonders widmete er sich dem druckgraphischen Werk Dürers und versuchte die besten Druckexemplare von dessen Holzschnitten und Kupferstichen für seine Sammlung zusammen zu tragen. Unter anderem stellte er diese Sammlung auf von ihm veranstalteten Dürer-Festen aus, zu dem nur ein ausgewählter Personenkreis geladen war. Weiterhin verfasste er auch ein kritisches Verzeichnis über „Dürer’s Kupferstiche und Holzschnitte“ (München 1871). Die Reproduktion der seltensten Holzschnitte Dürer’s ist im Zusammenhang mit der Dürer-Begeisterung Retbergs zu sehen, der die Schnitte eigenhändig reproduzierte und nur eine kleine Auflage für Sammler und enge Freunde anfertigte.

 

 

Literatur: Kat. Ausst. Albrecht Dürer 1471 1971, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg hg. von Dr. Leonie von Wilckens, München 1971 (S. 118 ff, Kat. Nr. 212).

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