T: +49 89 27372352

antiquariat@pahor.de

0 €0.00

You have no items in your shopping cart.

ROHRBACH & HOLZHAUSEN: Ehewappen des Frankfurter Patriziers Bernhard von Rohrbach und der Eilgin (Adelgunde) von Holzhausen Zoom



ROHRBACH & HOLZHAUSEN: Ehewappen des Frankfurter Patriziers Bernhard von Rohrbach und der Eilgin (Adelgunde) von Holzhausen


Author: Monogramm „bxS“ (Bartel bzw. Bartholomäus Schön gen. Schongauer oder Barthel Zeitblom), evtl. nach einer Vorlage des sog. Hausbuchmeisters
Place and Year: Frankfurt am Main, ca. 1467 (Abdruck a. d. Mitte d. 19. Jrhs)
Technique: Kupferstich auf Büttenpapier mit angeschnittenem Wasserzeichen "Wappen", Blatt: 10 x 15,5 cm, Druckplatte: 9 x 9 cm; Papier minimal gebräunt, unter Passepartout montiert, sehr gut erhalten.
Code: 62582

Detailreich gestochenes Wappen des Frankfurter Patriziers Bernhard von Rohrbach (1446-1482) und seiner Ehefrau Adelgunde von Holzhausen. Bei den beiden Schildhaltern, einer nobel ausgestatteten männlichen und weiblichen Figur, könnte es sich um die beiden Eheleute handeln.

 

Die von Rohrbach waren eine durch den Weinhandel reich gewordene Kaufmannsfamilie und gehörten schon um 1430 zum herrschenden städtischen Patriziat von Frankfurt. 1466 heiratete Bernhard von Rohrbach Adelgunde von Holzhausen. Durch seine Heirat wurde ihm die Aufnahme in die vornehmste Frankfurter Stubengesellschaft Limburg möglich. Neben verschiedenen Ratsämtern, widmete sich Bernhard von Rohrbach der Literatur und Musik, unterhielt eine kleine Bibliothek und ist weiterhin als Verfasser einer Chronik der Stadtgeschichte bekannt.

 

Der vorliegende Abzug der Platte wurde um 1858 angefertigt. Es handelt sich dabei um die erste Auflage dieser, aus dem 15. Jahrhundert stammenden Platte. Laut Nagler wurde die Druckplatte Mitte des 19. Jahrhunderts im Familienarchiv des Freiherrn von Holzhausen gefunden und wies keine Anzeichen eines vorherigen Abdrucks auf (Nagler 1858, Nr. 1079, S. 890 f.). Des Weiteren war die Platte in ein mit der Jahreszahl „1467“ datiertes Blatt eingeschlagen. In jedem Fall muss die zwischen 1466, dem Jahr der Eheschließung Rohrbachs, und spätestens bis 1482, seinem Todesjahr, gestochen worden sein. In der Mitte des unteren Blattrandes befindet sich das Monogramm „bxS“, das von einem deutschen, um 1480 tätigen Kupferstecher stammt. Dieser wird mit Barthel bzw. Bartholomäus Schön, genannt Schongauer, oder Barthel Zeitblom identifiziert (Heller 1831, S. 61/ Nagler 1858, S. 890).

 

Das Motiv basiert auf einer Zeichnung des sogenannten Hausbuchmeisters oder einem von diesem stilistisch abhängigen Künstler. Der Meister des Hausbuches (tätig zwischen 1470 und 1505 in der Rheinpfalz), war ein deutscher Zeichner, Reißer und Stecher, der überwiegend am Oberrhein tätig gewesen ist. Seinen heute allgemein gültigen Namen hat er von seinen Planeten-Zeichnungen in einem Hausbuch, das sich seit dem 17. Jahrhundert in den Sammlungen der Fürsten Waldburg-Wolfegg befand. Über seine Herkunft und Ausbildung ist nichts bekannt. Seine Werke waren jedoch stilprägend für die Kunst am Mittelrhein am Ende des 15. Jahrhunderts – so auch für die Figuren und die Wappenzier des vorliegenden Kupferstichs.

 

Möglicherweise sollte das Ehewappen als Exlibris für die Bücher in der Bibliothek Rohrbachs dienen. Da die Platte jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals abgezogen worden ist, wurde das Blatt wohl nie zu diesem Zwecke verwendet.

 

 

Literatur: Heller, Joseph: Monogrammen-Lexikon, Bamberg 1831 (S. 61). - Nagler, Georg Kaspar:  Die Monogrammisten […], München 1858–1863 (Nr. 1079, S. 890 f.). - Warnecke, Friedrich: Deutsche Bücherzeichen, Berlin 1890 (Nr. 1775, Tafel 2).

Online (06.06.2015):

Universität Frankfurt:

http://lbsopac.rz.uni-frankfurt.de/CMD?ACT=SRCHA&IKT=6015&DB=30&TRM=ppn:336695950

Universität Berlin:

http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/jancke-quellenkunde/verzeichnis/r/rorbach/

Availability: In stock

€750.00